Froschregen: wenn es Millionen Frösche regnet

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Froschregen: Sprechen wir hier wohl von einem bekannten Märchen? Nein, denn Froschregen soll es wirklich geben! In der Tat bezeugen viele Menschen in Griechenland und Frankreich, eben dieses Naturspektakel mit eigenen Augen gesehen zu haben.

Froschregen: Was ist das?

Es gibt zwei Naturphänomene, die man als Froschregen bezeichnet. Zum einen gibt es den Froschregen, der durch einen starken Sturm oder eine Windhose über Meeren oder Seen entsteht. Zum anderen nennt man auch die Wanderung von Fröschen und Kröten „Froschregen“.

Im ersten Sinne kommt es also tatsächlich vor, dass Frösche vom Himmel fallen, es also Frösche regnet. Durch das Ansaugen des Wassers durch den Wind, werden auch die darin lebenden Tiere mitgenommen. Wasser und Tier werden schließlich durch die Luft geschleudert. Verliert die Windhose oder auch der Taifun an Stärke, werden die Tiere wieder freigelassen und es regnet Fische und Frösche.

Im zweiten Naturphänomen handelt es sich allerdings nicht um Frösche, die durch die Luft fliegen. Es ist vielmehr eine Wanderung der Jungtiere, die sich in großen Scharen ihren Weg ins Gewässer bahnen.

Das Naturphänomen Froschregen: wenn plötzlich Millionen Frösche vom Himmel fallen Und wieso fallen Frösche vom Himmel? ( Lizenzdoku: Shutterstock-Khajornkiat Limsagul ) _

Das Naturphänomen Froschregen: wenn plötzlich Millionen Frösche vom Himmel fallen Und wieso fallen Frösche vom Himmel? ( Lizenzdoku: Shutterstock-Khajornkiat Limsagul )

Die vom starken Wind erfassten Frösche werden mit dem Wasser in die Höhe katapultiert und oftmals über einige Kilometer mitgeschleppt. Wenn der Wind wieder an Geschwindigkeit und Stärke verliert, fallen die Tiere wieder zurück auf den Boden. Es regnet also im wahrsten Sinne des Wortes Frösche! So zumindest die wissenschaftliche Theorie, das Phänomen ist bis heute nicht gänzlich erforscht.

Frösche quaken: aber wieso immer dann, wenn es regnet?

Wie viele andere Lebewesen spüren auch Frösche ein heranziehendes Gewitter. Vor allem Grünfrösche sind darin sehr begabt. Zu den Grünfröschen zählt man Wasser-, Teich-, und Seefrösche. Um genau zu sein können die Frösche nicht „spüren“, dass das Wetter umschlägt, vielmehr können sie den Luftdruckunterschied genauestens ausmachen.

Wenn sich also ein tieferer Luftdruck umgibt, ahnen sie, dass es ziemlich bald gewittern wird. Das animiert die Frösche dazu, ihre Aktivitäten zu steigern, deshalb quaken sie auch mehr als sie es ohnehin schon tun. Da bekommt der Begriff „Wetterfrosch“ gleich eine andere Bedeutung, nicht wahr?

Frösche quaken aber nicht alleine wegen des Luftdrucks intensiver, sie quaken ohnehin besonders gerne in ihrer Laichzeit. Diese reicht bis in den Sommer hinein. Die Laichzeit und die Sommergewitter animieren die Frösche also zum ordentlichen Quaken.

Wenn es aber sehr warm ist, sind die Frösche, wie die meisten Menschen auch, eher träge und motivationslos. Lebendiger hüpfen sie wieder herum, wenn die Luft kühler wird und die Feuchtigkeit ansteigt.

Grünfrösche quaken mehr, wenn es regnet. ( Lizenzdoku: Shutterstock- Pusteflower9024 )

Grünfrösche quaken mehr, wenn es regnet. ( Lizenzdoku: Shutterstock- Pusteflower9024 )

Filmreifer Froschregen

Der Regisseur Paul Thomas Anderson verfilmte das Naturphänomen Froschregen in dem Film "Magnolia ( Fotolizenz: Shutterstock- s_bukley )

Der Regisseur Paul Thomas Anderson verfilmte das Naturphänomen Froschregen in dem Film „Magnolia ( Fotolizenz: Shutterstock- s_bukley )

Seien wir mal ehrlich, filmreif ist dieses Naturphänomen doch schon. Tatsächlich wurde es bereits verfilmt. Im Jahre 1999 brachte der US-amerikanische Regisseur Paul Thomas Anderson dieses Naturwunder im Film „Magnolia“ ein. Plötzlich regnete es tausende Frösche, was den Film hollywoodreif machte.

Dramatischer kann man eine Szene kaum gestalten. Die ganzen Straßen sind mit Fröschen bedeckt, die zuvor vom Himmel gefallen sind. Der Notarztwagen mit Linda gerät ins Schleudern und kippt, weil die Straße vor lauter Fröschen kaum noch sichtbar ist.

Jimmy Gator wird durch einen Frosch, der ihm auf die Hand fällt, von einem folgenschweren Fehler bewahrt, nämlich vor der Kugel, die ihn treffen sollte. Überall Frösche, wie prasselnder Regen. Stanley schaut dem Spektakel ungläubig zu, während Donnie zu Boden stürzt und sich verletzt, weil ein Frosch auf ihn gefallen ist.

2. Buch Mose: Was hat die Bibel damit zutun?

Im zweiten Buch Mose (Exodus 8:2) heißt es Aaron streckte seine Hand über die Gewässer Ägyptens aus. Da stiegen die Frösche heraus und bedeckten ganz Ägypten.“ In „Magnolia“ wird mehrfach Bezug auf ebendiese Bibelstelle genommen. In der Gameshow ist ein Mann zu sehen, der eine Tafel mit der Auftischt „Exodus 8:2“ hochhält. Auch das Bushaltestellenplakat trägt diese Aufschrift.

Aber auch die Zahlen 8 und 2 sind immer wieder Dreh- und Angelpunkt des Films. Wissen Sie wie viele Male darauf Bezug genommen wird?

Lassen Sie uns nachzählen:

  1. Die drei Vorspannedisoden: Erhängter trägt die Nummer 82 auf der Brust.
  2. Die Zahlenaufschrift des Löschflugzeugs der Feuerwehr: ebenfalls eine 82
  3. Der Junge, der vom Dach springt: Die Seilform zeigt eine 82.
  4. Galadiner der forensischen Medizin: Beginn 8:20 pm
  5. Nennung der Regenwahrscheinlichkeit von 82%
  6. Donnie: Erzählung von der Bar auf seiner Vergangenheit, die Zahlen 8 und 2 stehen auf einer Tafel.
  7. Casino: Craig braucht zwingend eine 2, erhält aber eine Karte mit einer 8.
  8. Spielshow-Gewinn von Donnie: 28.04.1989, 2 und 8 stehen im Tag. Das Jahr verweist aber ebenfalls darauf (9 minus 1 und 8 minus 6).
  9. Und last but not least: Sogar der Filmtitel „Magnolia“ hat acht Buchstaben.

Im Abspann erfährt man, dass der Begriff „Magonia“ dem Filmtitel fast gleichklingend ist und Charles Fort sowie Jacques Vallée den Begriff „Magonia“ insofern geprägt haben, dass man damit einen Ort im Himmel assoziiert, an dem die Dinge verweilen bis sie schließlich und endlich auf die Erde zurückfallen. Kombiniert man diese Aussagen jetzt mit dem Froschregen, könnte man behaupten, die Frösche kämen „aus Magonia“.

Loudéac, Frankreich 2015: Froschregen, echt wahr?

Berichten zufolge soll es am 25. August 2015 in Laudéac (Frankreich) zu einer „merkwürdigen Begebenheit“ gekommen sein. Eine Großmutter sei davon überrascht worden, heißt es: Tausende kleine Frösche und Kröten hüpften kreuz und quer über das Gelände von Aquarev.

Die Großmutter, die regelmäßig mit ihren Ekelkindern spazieren geht, berichtet von einer beängstigenden Situation, sie konnte […] unmöglich […] durch die Gänge […] gehen, ohne sie [die Frösche]zu zerquetschen.“ Auch auf Nachfrage des Berichterstatters Jean-François Podevin versicherten mehrere Personen unabhängig voneinander, dieses Spektakel mit angesehen zu haben und „[…] noch nie so viele [Frösche] gesehen [zu haben].“

Auch der örtliche Historiker Alain Le Noac’h beteuert, Zeuge des Ergebnisses gewesen zu sein und gibt an, noch einige Tage nach dem Ereignis außerordentlich viele Frösche und Kröten in der Ortschaft gesehen zu haben.

Nun, was passierte damals genau?

Wie es scheint, hat es in Loudéac tatsächlich Frösche geregnet. Wissenschaftler konnten sie sich dieses Phänomen damals nicht erklären. Allerdings gehen einige Berichte dieser Ereignisse bis auf die Antike zurück.

Auf der Liste der zehn Plagen Ägyptens steht an zweiter Stelle der Froschregen. Im zweiten Buch Mose, Exodus, steht geschrieben, dass diese zehn Plagen einen Sinn hatten: sie sollten die Ägypter und deren Pharao dazu bringen, das Volk Israels in Frieden vom Nil ziehen zu lassen. Der Pharao sah zu Beginn keinen Grund, das Volk ziehen zu lassen und reagierte auch auf Vernunfts-Zuweisungen nicht. Ihm wurden die Plagen angesagt, die Gottes Strafe für seine Taten waren.

Ihm wurde ein Ultimatum gestellt, an das er sich aber nicht hielt. So also schickte Gott die Plagen eine nach der anderen, um den Pharao zur Vernunft zu bringen. Die erste Plage ließ Mose und Aaron alles Wasser für sieben Tage in Blut verwandeln. Der Pharao erklärte sich mehrfach geschlagen, ließ das Volk dennoch nicht ziehen. Also schickte Gott die nächsten Plage, so lange, bis er schließlich das Volk Israels ihre Wege gehen ließ.

Heute vermutet, oder vielmehr weiß man, dass es sich in Loudéac um keine Gottesstrafe handelte, sondern um einen Tornado oder auch heftigen Sturm, der von starkem Wind begleitet wurde. Dieser Sog hat die Tierchen in Folge aus ihrer Heimat gerissen.

Ein Spezialist des Naturkundemuseums gab auf Nachfrage bekannt, dass dieses Phänomen in Asien häufiger anzutreffen ist, als bei uns. Demzufolge werden die Tiere über eine kurze Distanz transportiert, aber sterben nicht. Manchmal, so gibt er an, sei es aber auch möglich, dass die Tiere Tausende von Kilometern mitgeschleift werden. Die Tiere würden dann „[…] zerfetzt und manchmal sogar gefroren[…]“ wiedergefunden werden.

Er gibt aber auch an, dass nicht selten Vögel und Fische Opfer dieser Naturgewalt werden. Beispiele für dieses Phänomen sind die Ereignisse in Griechenland im Jahre 2002, oder auch jenes in Martinique im Jahre 2012. Weniger nachvollziehbar ist allerdings, wieso nur gewisse Tierarten mittransportiert werden.

Bewiesen ist hingegen, dass es in Loudéac einige Tage vor dem Phänomen heftige Stürme beobachtet wurden. Einige Sturmschäden wurden sogar gemeldet. In der Nacht zuvor, soll es ebenfalls ein Gewitter in Loudéac gegeben haben, so berichtet es Alain Le Noac’h.

7. Dezember 2002, Mazedonien

Korona von Kilkis und Alona von Florian haben eines gemeinsam, Berichten der griechischen Zeitung TANEA zufolge soll sich auch in diesen Orten ein Fisch- und Froschregen ereignet haben.

Die Geschehnisse liegen viele Jahre auseinander und gleichen sich dennoch sehr. Während sich in Alona dieses Naturphänomen vom 13. bis zum 15. Oktober im Jahre 1951 ereignet haben soll, soll es in Korona erst am 7. Dezember 2002 passiert sein.

Es wird von Regenfällen und Tornados berichtet, die die Frösche und Fische aus den Seen (Doirani, Korona) aufnahmen und schließlich wieder zurück auf die Erde warfen. Tornados sind in Griechenland durchaus keine Seltenheit, doch dieses Phänomen schon.

Seit 2000 werden die Daten der Wetteraufzeichnungen im Zentrum für meteorologische Anwendungen der Hellenic Agricultural Insurance Organization (kurz ELGA) mit Sitz in Thessaloniki aufbereitet und bewertet. Seither sind 18 Tornados gezählt worden, von denen acht an Land und zehn auch See passiert sein sollen.

Angaben von Michalis Sioutas, dem Leiter der Meteorologie der ELGA zufolge, sind Tornados im Norden Griechenlands im Juli sowie im September sehr häufig, während sie im Süden eher im November und Dezember zu erwarten seien. In Westgriechenland käme es eher im November zu Tornados und im März sowie im April würden die „im Dodekanes beobachtet“.

Ebenso gibt er an, dass es 2002 einen Rekord bei Siphons gegeben haben soll, weil es zu ingesamt 40 Tornados gekommen sein soll. Von denen wiederum 13 an Land sowie 27 auf See registriert sind. Aber vor allem am 5. September würde im Kretischen Meer (Nordküste Kretas, zwischen Rethymnon und Heraklien) 13 Siphons beobachtet.

 Der ruhige See Doirani in Korona, der 2002 für Fisch-und Froschregen infolge eines Tornados sorgte. ( Lizenzdoku: Shutterstock-Electrofear Digital Art )

Der ruhige See Doirani in Korona, der 2002 für Fisch-und Froschregen infolge eines Tornados sorgte. ( Lizenzdoku: Shutterstock-Electrofear Digital Art )

18. Oktober 1934, Astakos: ein tödlicher Tornado

Am 18. Oktober 1934 stockte vielen Menschen der Atem. Nicht nur für die Menschen aus Astakos in Etaloakarnania war dies ein schrecklicher Tag. Denn es datiert den Tag des schlimmsten, jemals aufgezeichneten Tornados. Drei Menschen ließen ihr Leben und viele andere wurden verletzt. Die Sachschaden beliefen sich auf eine hohe Summe, aber sind wohl kaum mit einem Menschenleben aufzurechnen.

Vom Meer zwischen Ithaka und Akarnanien stürmte der Tornado und zerstörte Land und Häuser, jedoch viel schlimmer, er nahm Leben. Ähnliche Phänomene wurden in Zentralmakedonien gemeldet, die eine Höhe von bis zu 500 Metern gehabt haben sollen.

Typischerweise sind Tornados an den Küstengebieten Griechenlands eher zu erwarten. Diese Tornados tragen die unterschiedlichsten Namen, welche sie von den Anwohnern der Orte bekamen. Als Roufloulas bezeichnet man das Phänomen auf Korfu, weil die Luft Gegenstände regelrecht an- und aufsaugt und diese über Kilometer mittransportiert. In Kefalonia wird das gleiche Naturspektakel Tromba genannt.

In der Regel dauert ein Tornado höchstens zehn Minuten an und bewegt sich für gewöhnlich nur fünf bis zehn Kilometer. Dabei ist er bis zu 200 Metern breit. Dieses Phänomen tritt in Form einer stark wirbelnden Luftsäule auf und macht mächtig Krach. Betrachtet man es aus der Ferne, könnte man meinen, es würde eine Wolkensäule entstehen, die aus einer Gewitterwolke bis auf den Boden ragt.

Über den Autor

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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